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EIN OFFENER BRIEF ZUR GÄNGIGEN PRAXIS DER FREIWILLIGEN SELBSTKONTROLLE DER FILMWIRTSCHAFT, SELBST AB18-EINGESTUFTE KINOFILME ZU ZENSIEREN.


Sehr geehrte Freiwillige Selbstkontrolle (FSK),


Aus aktuellem Anlass habe ich ein paar Fragen an Sie und bitte um Ihre Stellungnahme (dieser Brief geht auch an nationale (Film-)Magazine und -internetseiten).

Sie haben dem Kinofilm JOHN RAMBO, der seit vergangenem Donnerstag in den deutschen Lichtspielhäusern läuft, in seiner ungekürzten Fassung die Freigabe verweigert. Die Begründung: "schwere Jugendgefährdung". In meinem Kino läuft nun eine gekürzte Fassung mit dem Siegel "keine Jugendfreigabe". Im Klartext: Kein Jugendlicher erhält Zutritt. Wenn ich logisch kombiniere, bedeutet das, dass es für das Siegel "keine Jugendfreigabe" vollkommen unerheblich sein müsste, ob ein Film "schwer jugendgefährdend" einzustufen ist oder nicht. Weshalb sehen Sie das anders?

Meine einzige Erklärung: Sie gehen davon aus, dass es unter Umständen passieren kann, dass Minderjährige in den "Genuss" eines solchen Machwerkes kommen könnten. Kann das bei Filmen, die "keine Jugendfreigabe" bekommen, nicht passieren? Wenn man nun davon ausgeht, dass auch Leute Filme sehen, die nicht die geeignete Altersstufe erreicht haben, ist dann nicht das ganze Prinzip der Freiwilligen Selbstkontrolle von vorn herein ad absurdum geführt? Müsste man dann nicht so konsequent sein, sämtliche Filme vom deutschen Markt zu nehmen, die nicht "ohne Altersbeschränkung" freigebbar sind?

Ich muss gestehen: Ich schreibe in Unkenntnis von JOHN RAMBO. Ich schaue mir aus Prinzip keine zensierten Filme an, auch und gerade deshalb, weil ich in einem Land lebe, in dem laut Grundgesetz keine Zensur stattfindet. Ich kenne aber dank Auslandsaufenthaltes die von Ihnen kürzlich ebenfalls beanstandeten Filme SAW III, THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE - THE BEGINNING und sogar DARD DIVORCE (letzterer von ihrem Lieblingsregisseur Olaf Ittenbach) in ihren unzensierten, von den Künstlern so intendierten Fassungen. Deshalb spreche ich mir die Kompetenz zu, mich zu dieser Thematik zu äußern.

Ich gebe zu: Es sind extreme Filme. Und ich gebe zu: Es war meine freiwillige, selbst getroffene Entscheidung, sie mir anzusehen, mich ihnen auszusetzen. Ich bin 27 Jahre alt und nehme mir dieses Recht. Weshalb nehmen Sie sich das Recht, mich in dieser Hinsicht zu bevormunden?

Weiterlesen: Ein offener Brief

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